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« DER ZEN GARTEN : EINE INNERE ARCHITEKTUR »
Einige Betrachtungen

Trier, Deutschland
8 März 2000

 

Der Garten sagt Dir : 

Nur Steinblöcke und Sandkiesel

bin ich,

Nur Schwere und Stille,

da sein und feststecken,

Niemand

wird je mein Geheimnis erraten,

noch ob es ein solches gibt.

Allein

kann mich erreichen,

der stridente Schrei der Zikade,

die im Sommerherzen vibriert.

Gib Dich zufrieden,

die wilde Schönheit meiner undurchschaubaren, abschirmenden Haut

ertasten zu dürfen.

Schau mich an und frag nichts,

sei still ; 

wage,

durch meinen hermetischen Körper

Dich selber zu finden.

Allgemeines

Es ist kaum möglich zu verstehen und sich vorzustellen, was ein Zen-Garten sein und vor allem bedeuten kann, wenn man nicht in die Geschiche diese Periode hineinschaut, als der Buddhismus im 12. Jh. zum zweitenmal nach fünf Jahrhunderten und mehreren Aufenthalten im alten Koryo (Korea) endlich in Yamato (dem alten Japan) landete und sich dort tief ansiedelte.

Schon ein erstes Mal, im 6. Jh., wurde Yamato von Koryo mit Buddhismus beschenkt. Es war eine Zeit, als die Königreiche Paeksche und Sylla von Koryo gross and mächtig genug waren, um China widerstehen zu können, ohne dabei die Fortchritte des stolzen und hoch zivilisierten Nachbarn abzulehnen, von denen man zu profitieren wusste. Infolgedessen übernahm Koryo von China, Schrift (Piktogramme), Philosophie (Confucianismus und Taoïsmus), Administration und Religion... um das eigene Land unter gemeinsamen Einrichtungen zu vereinigen und zu verfestigen.

Der Buddhismus wurde angenommen und übernommen als Katalysator für einen neuen Staat und neue Denkschemata, so weit dass es heutzutage schwierig ist, genau zu unterscheiden zwischen Koreanersein und Buddhistsein : die zwei Attribute sind so fest miteinander verbunden und gemischt, dass sie einfach zusammengehören als eine Entität historischer und kultureller Herkunft und Art. Ein Christ zu sein, wird bei den Koreanern als eine abartige Aberration, eine verfälschte Erscheinung des Koreanerseins betrachtet.

In Japan ist der Stand der Dinge verschieden. Der Japaner ist vor allem ein Shintoïst : Shinto bedeutet "Der Weg der Götter". Der Shintoïst ist "derjenige, der den Weg der Götter geht", egal was er nebenbei denken, tun ou sagen mag.

Heute noch ist es so : der gewöhnliche Japaner darf sich als Christ taufen lassen und in die Kirche gehen, oder sich in die verschiedensten Buddhisten-Tempel begeben, um Zeremonien beizuwohnen. Trotz allem bleibt er, - persönlich für sich selbst als Japaner und soziologisch für die japanische Gesellschaft, - ein echter Shintoïst : weil dies einfach zum japanischen Fleisch und Blut dazugehört. Dass die ganze Natur und deren Einzelteilchen von Kami (Göttern) bewohnt werden, dass er selber als ein dazugehörender Teil der selben Natur auch von Kami bewohnt wird, all dies ist ein geerbtes,ontologisches und integriertes Element des Selbstbewusstseins eines Japaners. Das hat nicht nur mit Kultur etwas zu tun, sondern auch mit Identität, Zivilization und Religion. Nur wandern durch Land, Hügel, Berge, See- und Ozeanküste, nur sitzen unter Kirschblüten oder spazieren unter Kryptomeren, wird von einer Art stillen Anbetungshaltung und innerlichen Meditationsatmosphere geprägt sein. Natur wird dem Japaner nah, und auch er wird der Natur nah, innerhalb der zusammenfliessenden Bewegung einer Ureinigkeit. Damals waren Götter überall, Menschen auch : niemand weiss wann es war, aber dann sind Götter auch Menschen geworden, - die sind die Japaner ! Deswegen ist deren Weg der Götter Wege gleich ! 

Die Japaner und der Buddhismus.

Der Buddhismus wurde auch genützt bei den frühen Japanern für den Aufbau eines modernen Staates und einer modernen Gesellschaft. Aber was die Buddhistische Meditation, - unter den Namen ZEN (herkommend von dem Sanskrit DHYANA, durch das Chinesiche CH'AN und das Koreanische SÔN),- erzeugte, damals in Kamakura (Pazifische Westküste), war einmalig, unwiederholbar und ganzheitlich wirkend, sowohl für die innere Haltung wie für die allgemeinen Sitten und Künste Japans. ZEN setzte eine undenkbare und unvorhersehbare Kulturrevolution in Gang : leben, denken, beten, gehen und kommen, sich ausprechen in Worten, Tönen, Tanzen, Bauen, Bildhauen, Kriegführen, Kunstpraktizieren ... alles wurde von, in, mit und durch ZEN durchdacht, vorgestellt, modelliert und realisiert. Dabei wurde der traditionnelle Shintoïsmus zuerst zweitrangig abgesetzt, aber sehr schnell nahm er wieder zu, und zwar so sehr, um auf die Position des Vorfahren des Buddhismus zu gelangen. Schliesslich übten Buddhismus und Shintoïsmus aufeinander eine solche Wechselwirkung aus, dass sie sich in vieler Hinsicht gegenseitig stimulierten und vor allem was den Garten betrifft, den

ZEN-Garten, der uns hier interessiert ! 

Zen Meditation

Die Buddhistische Meditation (Zen in Japanisch), - also ZEN,- wurde immer schon bei den Buddhisten und vor allem den Buddhistischen Mönchen praktiziert. Nichtdestoweniger wurde diese Übung, - die erste vom Buddha selber als das Kernstück des neuen Weges betrachtet, - lange Jahre geringgeschätzt, zugunsten von theoretischen und spekulativen Schriftsproduktionen in Form von Kommentaren und Traktaten, die die ganze Zeit der auszubildenden sowohl wie die Zeit der aktiven Mönche total ausfüllten. Ein Indischer Mönch, BODHIDHARMA, aus Amaravati (Indien, bei Madras) ergriff die Initiative, wieder zurück zur Urmeditation zu kommen, und sie erstrangig wiedereinzusetzen. Nach seinem Misserfolg in Indien wanderte Bodhidharma nach China aus, über den Seehafen Canton (Guandong). Damals war die Dynastie Tang an der Macht in der Metropole Chang'An (Der ewige Friede) des Kaiserreichs der Mitte. Der Buddhismus wurde schon eingeführt (1.-2. Jh), aber parallel mit Confucianismus und Taoïsmus hatte er keine speziell erstrangige Position. Bodhidharma lernte gewisse Schwierigkeiten aller Art kennen, um die Buddhistische Meditation wierdereinzuführen und er verbrachte lange Jahre allein in seiner Ermitage im Gebirge bevor sich die ersten Anhänger um ihn versammelten, um dessen Art Meditation zu praktizieren. Diese Meditation wurde von den sogenannten Chinesischen Patriarchen vervollständigt und weiterpropagiert im Laufe der fünf darauffolgenden Jahrhunderte, bis zum 6. Chinesischen Patriarch HUI-NENG und dessen Sekretär HUANG-PO. Diese Art Meditation (CH'AN im Chinesisch) gelangte nach Koryo (Korea) unter dem Namen SÔN und schliesslich kam sie in Yamato (Japan) unter den Namen ZEN im 12. Jh. zusammen mit der Tee-Zeremonie an.

Die Tee-Zeremonie

Die Tee-Zeremonie ist der geometrische Ort, wo alles, was wir Japanische Art und Ästhetik nennen, konzipiert wurde und zur Welt kam. Unter den Shogun ASHIKAGA, -vor allem Yoshimitsu und Yoshimitsa,- wurde ja die Japanische Kultur und Zivilisation, die wir heute kennen, genial er-funden, minüziös ge-regelt und eidisch aufrecht-erhalten. Tee-trinken wurde zu einer Kunst entwickelt ; nicht nur zeremoniell, sondern auch geselligkeitstiftend, gemeinschafterzeugend, menschlichkeit- und höflichkeiterziehend und schliesslich raffiniertheitproduzierend.  Alle Hofkünste, vom Bogenschiessen zum Pferdereiten sicher, aber auch vom Blumenstecken zum Tanzen und Theaterspielen usw., alles was am Hof mit irgendwelchem Wert betrachtet wurde, wurde auch mit einer speziellen DO beschenkt und diszerniert. Mit DO wurde eine präzise Art und Weise gemeint, wie man diese Kunst praktizieren sollte, und zwar grundsätzlich und immer mit ZEN-Meditation und -Übungen.

Wie das NÔ-Theater, ist der ZEN-Garten der eine der zwei Berührungspunkte wo SHINTO und BUDDHISMUS zu gemeinsamer neuer Kreativität berufen wurden.

Heute wollen wir uns mit dem Garten allein beschäftigen : ein nächstes Mal werden wir, - wer weiss ! - auch zum NÔ-Theater kommen ! 

Der Zen Garten : historische Herkunft .

Der Shintoïsten-Tempel hatte immer schon einen kleinen offenen Hof gerade vor dem Haupteingang gehabt, allerdings mit einigen Treppen, die zu einer Art Veranda, der EN oder ENGAWA, einem, den ganzen Tempel umgehenden Randkorridor, führten. Dieses Höflein mit seinen weissen Kieseln diente als eine Bühne für religiöse Theaterschau,- namens GINGAKU oder BUNGAKU (Zentralasiatischer Herkunft),- die zu gewissen heiligen Zeremonien aufgeführt wurde. Ausser Dienst wurde das Höflein mit einem Seil für Unbefugte geschlossen und es blieb frei als Aufenthalt der den Menschen beiwohnenden Götter (KAMI) : die performierte Schau wurde als eine reale Götteranwesenheit betrachtet.

Im 13.Jh. hatte sich der Hof der Ashikaga Shogun und deren Samuraï in Kamakura niedergelassen. Der Buddhistische Mönch Esseï kehrte von seinem Studienaufenthalt in China nach der damaligen Hauptstadt Yamato zurück, ausgerüstet mit seinen langjährigen Erfahrungen an Meditation and Teekult. Der Mönch offenbarte dem Hof,- Shogun, Samuraî und Mönchen,- die Vorteile der Chinesischen Buddhistischen Erbschaft . Dies wurde eine Sensation, bis zu dem Punkt, dass sich jederman in Kamakura in jene wiedererfundene Buddhistische Meditationsart verliebte und sie in allen möglichen Lebenssituationen anwendete. CH'AN wurde als ZEN artikuliert und als eine Yamato-(Japani)sche quasi Erfindung bzw. Wiederherstellung praktiziert.

Der Erbau von Riesen-Tempeln und Klöstern (nach der Nara Art) nahm ab. Stattdessen wurden private Wohnsitze in Klösterchen umgebaut : quadratische einstöckige Konstruktionen, manchmal mit einem Innen-Höflein, sehr oft mit einem bzw. zwei umgehenden flachen Gartenflächen nach aussen : das Ganze eingeschlossen hinter einem mittelhohen Wand. Es war eine Wohnung für insgesamt nicht mehr als zehn Mönche, für die Meditation zur Hauptbeschäftigung wurde. Der Wechsel der Hauptstadt von Kamakura nach Kyoto reduzierte umso mehr die Gartenfläche wegen der gestiegenen Landespreise seit der Ökonomieentwicklung und der aufkommenden Grundstücksspekulation.

All diese gesamtkonjunkturellen Bedingungen,- Teezeremonie, Meditation, Commerzregelungen, Grundstücksspekulation und Drang nach neuen Buddhistischen Konstruktionen wegen der immer mehr zunehmenden Zahl der Mönche,- produzierten etwas, das als ein Weltwunder betrachet werden mag ! Und zwar den Zen-Garten ! 

Ideologischer Hintergrund.

Ur-Yamato und Heute-Japan haben Mythos und Geschichte geerbt : der Mythos aber ist gegenüber den historischen Perioden niemals rückläufig geworden, so tief ist jener Mythos in der Denkweise der Einwohner dieser Inseln eingewurzelt : sei es in den beeindruckenden Shinto Heiligtümern zu Ise oder Izumo, sei es in den 1598 buddhistischen Tempeln allein in Kyoto, oder auf den Bühnen des traditionellen Nô Theaters,.. die alten Mythen, die die historischen Geschehnisse aufgreifen, mischen Legende und Leben, Epos und Alltag zu grandiosen und ewigen japanischen Schau zusammen. All dies kommt aus den Abgründen und Tiefen, wo die Shinto Vor- und Protogeschichte des Archipelagos mit dem Chinesischen Einführen des Buddhismus bzw des Zen vom 6. und 13. Jh. miteinander verknüpft sind.

Eine gewisse, sehr genau umschriebene Periode scheint in Zeit und Raum den originalen Assimilationsprozess kristallisiert zu haben, der die heute vom ganzen Westen gut bekannte eigene japanische Einfühlsamkeit zur Welt gebracht hat : es war in der Shogun Zeit zwischen 1338 und 1473, ganz präzise unter den Shogun von Yoshimitsu zu Yoshimatsa von 1367 bis 1467. Dies was eigentlich der historische Ort, wo die eigentliche Verschmelzung jener Zivilisation stattfand : einer zwar sogenannten Medievalen Kultur, aber mit Alluren der Toscana-Renaissance.

 

Eine erste Frage lautet : welche ist die Eigenheit jener ästhetischen Revolution ? Es scheint die eigenartige Auffassung der Dinge zu sein : nicht nur im metaphorischen Sinne des Wortes, sondern auch und vor allem in derphysischen Manifestation des Gartens, des Zen-Gartens unter anderem (wie der Spiegel für die Religion und die Maske für die Bühne) : (Spiegel, Maske und) Garten als Hilfe, Mittel und Schlüssel zur Sicht und Vision, zu Perzeptionszeit und -raum, zu ungewöhnlichen Betrachtungsweisen der Welt, des Universums und dessen Fundament und Vergänglichkeit. Der Garten, -genauso wie der Spiegel und die Maske,- spielt die Rolle eines Mediums für alles, Jenseits und Diesseits, Sichtbares und Unsichtbares. Der Widerspiegelungsprozess macht die Lebensart und die Visions- und Traumsillusionen bewusst.

Eine 2. Frage könnte folgendermassen lauten : Was wird durch den Garten "zurück- bzw. vorausgespiegelt" ? Gibt es nicht dabei etwas Unheimliches und Faszinierendes ? Genauso wie innerhalb der Pharaonischen Monumentalität, der Hellenistischen Plastizität, der Vor-Columbanischen Undurchschaubarkeit der Maya Tempel oder in der unerträglichen Leichtigkeit einer Gothischen Kathedrale...

Der Zen Garten :  Kare Sansui (kare = trocken ; san = Berg ; sui = Wasser)

  • ist vor allem eine Landschaft, wo dazugehörende Naturteile durch einige andere ersetzt werden : 
  • ·Wasser wird durch Sand, Kiesel oder Stein ersetzt,
  •  mit künstlichen Hügeln (tsukiyama), als Inseln geltend (horai) ; 
  • ist auch ein ebener Garten, mit mittelgrossen Steinen auf einer glatten Ebene ; 
  • ist ein Tempelgarten, der nicht betreten werden darf, aber auf einen einzigen Blick überschaut wird.
  • beinhaltet gewisse kosmologische Zeichen, im Sinne der Zen Philosophie, die man gewöhnlicherweise auch in anderen derartigen Gärten finden kann ; 
  • lässt sich durch Abstraktion von physischen Formen innerhalb der Sandbildhaftigkeit und in der Steinanlage akzenturieren.

Der wichtigste Akzent besteht darin, durch die Aussenfläche der Dingen hinein zu penetrieren, und unmittelbar in das Innere des Herzens und der geistlichen Essenz hineinzuschauen : die verborgene Wahrheit und Echtheit zu erschauen.

 

Keine Blume, kein Tritt ! 

Wo steckt der Mensch ? 

Im Prozess der Steine,

In der Spur des Rechens

In der Art der Zeichen.

Nach der Malart und -technik der Monochronomie der Sui Dynastie wurde ein derartiger Garten zum Paradigma für die jenerzeitige Suche nach religiöser Einfachheit und Vollkommenheit : diese Suche der Krieger (Samuraï) und der Priester (Buddhistische Mönche) ging bei beiden in die ein und selbe Richtung, die innere Wahrheit.. Die Gartenformen wurden zu Metaphern religiöser Bilder, in dem sie gleichzeitig der Zeitneigung entsprachen. Die Fläche "ma" entsprach den grossen unbemalten Räumen der Sui Monochromie, d.h. letztlich : die nackte, von weissen Kieseln bedeckte Fläche des buddhistischen Klösterchens wurde mit der Sui Malerei in Zusammenhang gebracht, als geeignetste Ausdrucksform der Zen Philosophie.

Das Prinzip galt und gilt immer noch : von der Natur lernen ; die Natur nicht nachahmen, sondern ausdeuten..

Diese Technik überlieferte sich bis in unsere Tage (mit Shigemori Mirei, Architekt von mehreren Gärten des Tofuku ji, unter anderen). Das übertriebene Beispiel der Raumausdeutung und Technik in der Bearbeitung der Zenkonzepte und des Neo-Konfuzianismus lässt sich erkennen an den Gärten des Tôkai, die zum Klösterkomplex des Myöshin ji, NW von Kyoto, bei Hanazono gehören. Die drei Gärten stellen die Höchstform der Ausdrucksstufen dar : 

· der 1. ist ein einfacher Hof mit weissem Sand : 

· der 2. ist eine steinige Composition

· der 3. fügt eine vegetale Composition hinzu.

Diese im Jahre 1814 gebauten Gärten, am Ende der Togukawa, bilden in gewisser Weise die allerletzte Etape von gewissen Zen- und Neo-Confuzianistischen Konzeptionen. Es wird allgemein angenommen, darin drei Seinsstufen zu sehen, die von der Leere (= mu) als eine Seinsbedingung hervorgehen : 

· die Struktur : "tai" oder "hontai" ; 

· die Form : "sô" ; 

· die Funktion : "yû".

DESKRIPTION

SEINSTUFEN

FACHWÖRTER

ÜBERSETZUNG

1. Einfacher Hof von weisser Sand

Konstituieren

Tai/Hontai

Struktur

2. Steinige Komposition

Erscheinen

Form

3. Vegetale Komposition

Tun

Funktion

Beschreibung der Seinstufen : Fachwörter Übersetzung

HAUPTMERKMALE DES ZEN-GARTENS : WAS KAN MAN DAZU SAGEN ? 

1. Dieser Ort funktionniert in der Weise eines Autogenerators, der durch die Zeiten und dank der Investition aller bisherigen Betrachter, sich selbst als eine sakrale Matrix der anderen unsichtbaren Seite der Dinge erzeugt.

1. Dieser Ort verzaubert einem mehr als er informiert über die verborgene Fläche des Selbstbewusstseins : er führt in das Heiligtum des Selbstgeheimnisses hinein.

1. Dieser Ort setzt sich selbst von vorneherein als eine Horizontsgrenze, frei gewählt von dem Forscher einer jenseits des Denkens und Fühlens hinausgehenden Wahrheit.

1. Dieser Ort erschöpft niemals seine eigene Bedeutung, obwohl und in dem er dazu von den Zuschauern benützt wird, Selbstbilder zu erzeugen, die selber auch immer andere Selbstbilder weitererzeugen werden.

1. Dieser Ort weicht stets allen Zugängen zu sich selbst aus,- sei es mittels der weissen Leere seines Kiesels oder des elementaren Gesteines seiner Struktur,- in dem er immer auf etwas Anderes als sich selbst hinweist.

1. Dieser Ort enttäuscht permanent und weicht einem aus, in dem er mit dem Selbstbild der inversen Vision niemals übereinstimmt.

1. Dieser Ort weiss die Fähigkeiten der Fantasie und des Unbewusstseins zu aktivieren, innerhalb jedes Blickes ausgerichtet auf das unstabile Selbstbild.

1. Dieser Ort spielt die Rolle eines Katalysators der sichtbaren Identität von sich selbst zu sich selbst sowohl wie von der Gruppe zur Gruppe.

1. Dieser Ort funktionniert die objektive, subjektive, geträumte, idealisierte... Realität,- jeder Art auch immer- um, aber rekonstruiert niemals die Ur-objektive.

1. Dieser Ort, als Zeit- und Raum-Fokuspunkt, ist fähig, alle Art Perspektiven,- die in der üblichen panoramischen Sicht auseinandergehen,- zu konzentrieren und zu stabilisieren.

Schliesslich scheint dieser Ort merkwürdiger- und fatalerweise programmiert zu sein, eine Art Melancholie bezüglich jeder vorangehenden Vision zu erzeugen. Denn durch die aktuelle Vision, weiss er auch bezüglich der noch zu kommenden Vision eine ähnliche Erfahrung wieder zu erzeugen, nach der Weise der sich im Kreise bewegenden ewigen Rückkehr.

Der Zen Garten offenbart sich als die Synthese

· der Naturfaszination,- empfunden sowohl bei den Chinesen wie bei den Japanern ; 

· der Art der ästhetischen Suggestion,- Gemeingut beider Kulturen,- mit der Schwarzmonochromatischen Malerei der Süd-Song-Dynastie nach Japan eingeführt ; und

· des minimalen philosophischen Ausdrucks der buddhistischen-taoïstischen Lehre des Zens : Wiederkehr zur Ur-rein-und-hart-Meditation des Buddha's persönlich.

DER GARTEN UN DER MEDITIERENDE

Der meditierende Mönch setzt sich einem neuen Raum gegenüber : die Veranda (en/engawa) instituiert die exakte Grenze zwischen dem Hauptraum des Klösterchens (shoin zukuri) und den Rändern des Gartens selbst (kare sansui = trockener Garten).

Die Anlage beinhaltet :

· den Raum 'hinter dem Mönch' : als dessen Rücken, den von ihm ausgewählten Ort um sich der frivolen Welt zu entziehen ; 

· den Raum 'ausserhalb des Mönches' : d.h. die Aussenwelt selbst : und

· den Mönch selbst, angesichts

· des Gartens, dessen elementarische Einfachheit,- das grundsätzliche "ma" (= freie, offene Fläche),- die Meditation fokalisiert.

Der Mönch

  • · sucht nach seiner echten Natur, seiner Boddhissatva Natur,- d.h.der Natur eines der sich auf dem Weg nach der Boddhi/Verklärung nicht beeilt, um seinen Mitmenschen so lange wie möglich auch dabei helfen zu dürfen ; 
  • · betrachtet den Garten als das geeignete Instrument für eine solche Suche, weil er Ethik (=sila), Konzentration (=Samahdi) und Weisheit (=prajna) durch geübte Meditation hervorbringen kann ; 
  • · übt den Garten aus, als einen Spiegel (kagami) um sein eigenes Selbst auftauchen zu lassen, in dem er selber ganz genau weiss dass dieses Selbst kein reales ist, weil es nur das Nichts gibt, weil Alles leer (sunyata) ist, und weil das Nichts die einzige (Un-)Realität (mu) ist.
  • · wältzt in Satori (= Bodhi = Verklärung) zu dem präzisen Moment um, wenn er dessen bewusst wird, es gebe nur das Nichts !  Es ist so wie er selber das Gesicht des in ihm-Mönch verborgenen Boddhisattvas entdecken und widerspiegeln würde ; 
  • · der Mönch wird von nun an auf diese seine Selbstoffenbarung blicken, als eine zugleich An- und Abwesende innerhalb der allumfassenden Leere ; 
  • · wird gleichzeiting nach vorne (um die ganze Welt herum) und nach hinten (zum Klösterchen) hinaufblicken, als würde er auf alle Dharmas (= die All), die alle zusammen das grosse Eins, das Nichts von allen Nichts, die totale Abwesenheit bilden, hinblicken...

Diese ultime Erfahrung wird dem Meditierenden durch den Spiegel-Garten miterteilt.

DAS JAPANISCHE RAUMVERSTÄNDNIS

Die Japanische Raumkonstruktion geht mittels Progression und Reduktion vor : dies ist der Fall auch bei den Shintô oder Zen, freien und gemeinschaflichen, riesigen Gebäudestrukturen in Nara, Kyoto und Kamakura oder eben in Ise, Nagoya und Izumo. In jeglicher (Bau-)Struktur sieht das Japanische Auge prinzipiell deren Teile und Teilchen : dagegen sieht der Europäer das Ganze, das Gesamte, die Totalität : ein Ensemble ! 

Ein 2. charakteristischer Zug ist : wie ist innerhalb von minimalen Strukturen die grenzenlose Immensität einzuschreiben ? Den Steingarten betrachtete man als ein symbolisches Instrument fürs Meditieren : als solches musste er relativ klein sein, damit das Symbolische der Realität nicht zu nah kommt, und sie somit negiert. Andererseits musste aber dieser Garten, weil er klein war, sehr genau gezeichnet werden, zugleich nach einem doppelten,- surrealistischen und abstrakt-expressionnistischen,- Prinzip ; d.h. er musste die Natur umfunktionnieren (Steine als Symbole benützen und die Gartenbebauung selber als ein stylistisch-symbolisches Schachspiel von Räumen und Volumen behandeln).

Diese Japaner von damals betrachteten den Garten als eine Verlängerung der menschlichen Wohnung : besser und umgekehrt gesagt, betrachteten sie die Wohnung als die Verlängerung des Gartens ! Deswegen ist ja ein japanischer Garten am besten wenn bei dessen Betrachtung niemand vorhanden ist . Die Wand drum herum ist nicht da, um die von draussen nicht nach drinnen hineinschauen zu lassen, sondern um die von drinnen nicht nach draussen hinausschauen zu lassen : eine merkwürdige Verschiedenheit funktionsmässiger und philosophischer Art !

Der Japanische Garten

· abstrahiert und vergegenwärtigt zugleich die Realität, weil sich dessen Bezeichnung in einer und derselben Bewegung als symbolisch und explizit darstellt ; 

· setzt bei dem Zuschauer eine solche Emotion in Gang, dass der Person dabei geholfen wird und sie aktiviert, sich ihres eigenen Seins bewusster zu werden.

Im Garten ist jedes Element eine lebende Präsenz. Jedes Element ist nicht nur vorhanden, da, gegenwärtig : es ist seine eigene Präsenz selbst. Alles lebt im Garten rein : "es" lebt. Und weil der Garten und dessen Elemente leben, ist "es" wichtig. Die Japaner schienen/scheinen, weniger gegenüber den Orten selber sensibel gewesen zu sein, als dem, was in diesen Orten steckt. Die Ortsfunktion besteht darin, einen Rahmen abzugrenzen, um den Dingen einen Lebenssitz zuzuschreiben. Dieser Stein, dieser Busch, dieses winzige Kieselstück, dieser Baum, dieses Wändchen, dieser Brunnen, diese Laterne, dieses Holz der Veranda und der Pfeiler ... alle bewohnen diesen Raum, diesen Lebensraum, diesen "Wohn"-Sitz = diesen "ma"-Sitz, einen Raum wo der Mensch selber zu einem "Element" mit den anderen wird, um dort mit ihnen zusammenzuleben.

NB : Wir, Europäer, dürfen nie vergessen, dass wir diejenigen waren, die den sogennanten "Japanischen Garten" als solchen "entdeckt" haben : für die Japaner, war das, was existierte, was im Garten vorhanden war/ist.

Infolgedessen wird die Natur zum Objekt einer auserwählten Affinität und dieser Art Garten zu einer voraussichtlich subjektiven Auserwählung. In diesem Sinne bedeutet der Garten eigentlich nichts, nur gibt er sich der Kontemplation hin : und zwar wird dessen Kontemplation von einem präzisen Gesichtspunkt des Hauses/Tempelchens aus am besten fungieren. Alle Elemente wurden von diesem Gesichtspunkt her dargestellt. Der Grund ist folgender : innerhalb des Wohn-Sitzes (= des ma-Sitz), jenseits der Veranda und zwischen deren linearen und verticalen Pfeilen, ein von der Natur auserwähltes Bild bis in das alltägliche Leben hineinzuabsorbieren und mitzuintegrieren. Das Wohnhaus gewinnt einen Sinn, nur als Verlängerung des Gartens ; dasselbe gilt für den Garten, der nur als Verlängerung eines Wohnhauses einen Sinn gewinnt. Dies ist ein neuartiges ästhetisches Bewusstsein : der Genuss wird von den Metamorphosen der jeweiligen Zuschauerlaunen erzeugt, indem dieser Genuss von den Bewegungen der interaktiven Zwischenbeziehungen zwischen dem jeweiligen Zuschauer und dem sich mit den Jahreszeiten wechselnden Geschauten abhängig wird.

Es muss hinzugefügt werden, dass der Gartenort nicht als solcher präsent ist, sondern als der Ort von Metaphern, als der Raum einer Versymbolisierung, deren realistische Substanz die Gartenelemente selber sind. Weder Garten noch Elemente sind präsent, in der Masse, wo eine Metapher die Dinge umlokalisiert, sie ihrer substanziellen Umgebung entzieht, um sie in einen anderen Kontext hineinzufügen. Die Metapher schiebt die Dinge zu einem neuen Anderswo, einem neuen Sinngeber. Die Präsenz der Dinge,- Garten so wie Gartenelemente,- nimmt ab in dem Masse, wie dieses Anderswo seine eigene Präsenz, durch das, wodurch es symbolisiert wird, darlegt. Ist der Garten nicht schon in dem Zuschauer präsent, noch tiefer eingeprägt als alle Intuitionen, die er je gewinnen könnte ? 

Sehen, ist zugleich die Distanz halten...

Die Vision ist ein Spiegel des Universums.

Das ein und dasselbe Ding ist

zugleich

vorhanden in der Aussen- und in der Innen-Welt

Was wir sehen, das bauen wir auch...

Unser Blick geht nicht nur auf die Landschaft zu ; 

gewissermassen ist er die Landschaft auch...

DER "MA"

Schon bei den Chinesischen Song Malern, Ma Yüan (aktiv 1190-1224) und Hsia Kuei (aktiv 1180-1230), wurde der Raum zu einer Entität in sich. Und spätererkannten die Japanischen Zen Künstler durch und in ihm, dass die subjektive Naturbehandlung ein vollkommener Ausdruck der Zen Lehren in Bezug auf das intuitive Verständnis war und ist. Der Anführer war der Mönch Mu-ch'I aus Hangzhou (1210-1280), ein perfekter Techniker, der alle Konventionen ablehnte, um zugleich spontan und diszipliniert zu malen. Zwischen 1350 und 1590 wurde Mu-ch'I von zahlreichen Mönch-Künstlern nachgeahmt.

Das Piktogramm für den Ton 'ma' ist von zwei Türen und der Sonne konstituiert : und dessen Konnotationen sind zugleich räumlich und zeitlich, metaphorisch und symbolisch. 'Ma' wird für sehr verschiedene Zwecke angewendet ; z.B. : Uni-, Bi-, Tri- und Quadridimensionalität, gegenseitigen und abgeschlossenen Raum, Kunst, Gesellschaft und Metaphysik.

Das Piktogramm zeigt das, war es bedeutet : das Verhältnis Raum-Zeit ; Tag-Nacht ; die Leere, die kein Nichts ist ; die Ausdehnung, die immer noch frei ist ; den Sitz für das noch nicht geschehene Geschehnis, kurz gesagt : das Verspechen für das, was noch nicht da ist, dem aber schon ein Sitz zugeschrieben ist. Daraus können wir zahl- und sinnreiche Schlussfolgerungen ziehen :

  • Sinnrichtungen des Durchgangs, des Transits, der Transgression ;
  • Sinnrichtungen der Einbildung, des Jenseits, des Geistigen bzw. des Spirituellen ;
  • Sinnrichtungen der Energie, der Bewegung, der Kadenz ;
  • Sinnrichtungen der Organisation, der Verteilung, des Plans ; schliesslich
  • Sinnrichtungen der Kontigenz, der Leere und der Stille...

Die 'Ma'-Ästhetik besteht prinzipiell darin, in einer Botschaft leere Flächen, Zwischenräume einzuteilen, die sich nach einer speziellen und sinntragenden Konfiguration in Bezug auf die anderen Elemente der Botschaft organisieren. Als Leere zwingt der 'Ma' dem Zuschauer keine Bedeutung auf, als Verhältnis aber schlägt er einen gewissen Sinn vor, den der Absender dem Zuschauer suggeriert. Hier ist ein Raum für Interaktion, für Intersubjektivität, ein Raum wo ein Existenzmodus anerkannt werden kann, der weder die Existenz des Absenders noch die des Zuschauers ist, etwas wie die Nostalgie der Urmatrix des Seins. Hier können wir von der Immanenz des Raums, von einem sehbaren Modus der Unsichtbarkeit sprechen.

Wenn wir zum Begriff des Zen Gartens zurückkehren, können wir jetzt exakter schreiben : Der "kare sansui " oder Zen Garten ist vor allem ein leerer oder fast leerer Schirm, gewöhnlich mit grau- oder weisslischen, einchromatischen Tönen, mittlerer Grösse, mit der shoïn-Veranda,- dem einzigen Ort, um den Garten anzuschauen,- und dem dreiseitigen Rundwändchen umrahmt wozu niemand Zugang hat, weil es keinen gibt.

Dieser Art Garten lässt sich Von Angesicht zu Angesicht anschauen, und zwar vom Zentrum seiner Basis her. Er lässt sich auch über fast 180 Grad mit dem Auge umfassen, in dem die rechten und linken Basisecken nicht auftauchen. Der Garten lässt nur sich selbst anschauen zu, d.h. er gibt nichts anderes als seine Leere (sein "ma"). Er gibt eigentlich nichts Sinnliches preis : besser und weiter, gibt er etwas Unbeschauliches für den Meditierenden beschaulich nachzuspüren : der Garten wird zum Schirm einer Offenbarung für den Meditierenden. Zen-Anschauen ist eine echte Schulung,- ein "Dô",- vor allem um in das "Nichts der Leere" des Gartens sein eigenes Ich,- dem Satori,- eines Tages eventuell herausringen zu dürfen. Sozusagen ist der Zen Garten eine Art riesiger viereckiger Spiegel,- im Sinne des Amateratsu Spiegels des Ise Schrines,- weil Präsenzen schon immer vorhanden sind : und zwar die Präsenz der jeweiligen Meditierenden auf der Suche nach ihrem Satori ! 

Der bei weitem berühmteste Zen-Garten zu Kyoto ist der Ryoan ji Garten ; er wird als Mu-Taï benannt, das heisst ' Der Garten,- die Terrasse,- des Nichts, der Leere'. Wir könnten ihn auch benennen in einer positiveren Weise : der Ma-Taï, das heisst ' Der Garten des freien Raums' .

Das, was zu sehen gegeben wird, weist auf die Sicht und die Vision des Geistes, nicht auf den Sichtssinn. Die sinnliche Sicht aber, von dem materiellen Zen Garten ist unentbehrlich, um den Prozess der geistigen Vision in Gang zu setzen, genauso wie jedes Symbol oder jede Metapher die unbedingte, obwohl nicht genügende Kondition ist, der Realität nahezukommen. So :  "sehen und zu sehen geben", 'Sicht und Vision", " Nichts und etwas Anderes", die sind die verschiedenen Bedeutungswechsel, d.h. die verschiedenen Stufen des Realen, wo der Blick durch muss, um zur sinnlosen Perzeption der allerletzten Realität anzukommen. Das Paar ma/mu (der leere Raum/ das Nichts) ist der Ort dieser Permutationen : Transsubstanziationen und Transsignifikationen.

Wir sind dabei, der Geburt einer neuen Perzeptionsart, der Geburt eines neuen Blickes, eines neuen Auges beizuwohnen ; das was reicht ist der freie bzw. befreite Raum : nichts kann mit ihm gleichgesetzt werden ; das reine Dasein, das zwischen-den-Dingen sein, das weg-vom-Zuviel, wo es noch etwas Platz gibt,...das reicht ! 

Der ZEN-Garten sagt Dir : 

Nur Steinblöcke und Sandkiesel

bin ich,

Nur Schwere und Stille,

da sein und feststecken,

Niemand

wird je mein Geheimnis erraten,

noch ob es ein solches gibt.

Allein

kann mich erreichen,

der schrille Schrei der Zikade,

der im Sommerherzen vibriert.

Gib Dich zufrieden,

die wilde Schönheit meiner undurchschaubaren Haut

ertasten zu dürfen.

Schau mich an und frag nichts,

sei still ; 

wage,

durch meine hermetische Gestalt

Dich selbst zu finden ! 

Nizza, 2000-02-28

Fr.Vincent-Paul TOCCOLI, sdb

Dir.des Kulturbüros der Diözese Nizza

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Japaner und der Buddhismus

Zen Meditation

Die Tee Zeremonie

Der Zen Garten : Historischer Herkunft

Ideologischer Hintergrund

Hauptmerkmale des Zen Gartens

Der Garten und der Meditierende

Das Japanische Raumverständnis

Der MA

frise bas


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